Reiseberichte,  USA 2018

Tag 6 – 19.09.2018 – Die Subway

Auf diesen Tag hatte ich mich schon lange vor dem Urlaub gefreut. Die Wanderung zur Subway kann man nicht jedes Mal machen, denn man benötigt ein Permit, also eine Erlaubnis, um hier wandern zu dürfen. Diese Permits sind jedoch begrenzt auf insgesamt 80 Stück pro Tag.

Permit

Um an ein solches Permit zu kommen, muss man 3 Monate im Voraus an einer Online Lotterie ($5) teilnehmen und ein bisschen Glück haben. Die Plätze sind in der Lotterie auf 60 limitiert und natürlich wollen mehr als 60 Personen so ein Permit haben. Auf der Webseite kann man bis zu drei Tage angeben, an denen man zur Subway wandern möchte. Bereits im Voraus kann man sehen, welche Tage am beliebtesten sind. Dies sind in der Regel natürlich die Wochenenden, auf die sich dann auch schon mal mehr als 1000 Wanderer bewerben.

Die Chancen auf ein Permit unter der Woche stehen also höher als auf ein Permit am Wochenende, daher hatte ich mich für die drei geplanten Tage im Zion beworben. Und tatsächlich erhielt ich dann Anfang Juli eine E-Mail, dass ich zwei Permits erhalten habe. Bereits online konnte ich dann ein paar Informationen eintragen, unter anderem in welcher Richtung wir die Subway erwandern wollten (Top Down oder Bottom Up).

Das eigentliche Permit kann man dann frühestens am Tag vorher im Visitor Center bei den Rangern abholen. Unter anderem muss man dort noch einmal angeben, ob man den Technical Hike (Top Down) oder den Non-Technical Hike (Bottom Up) machen möchte. Zusätzlich muss auch noch das Autokennzeichen angegeben werden und es muss ein Notfall Kontakt angegeben werden, falls irgendwas ist oder man nicht zurückkehrt. Im Gegenzug erhält man dann zwei Zettel: Einmal das ausgedruckte und unterschriebene Permit, sowie ein Post It mit der Permit Nummer, das man dann im Auto am Trailhead liegen lässt. So wissen die Ranger dann auch, dass diejenigen, die dort parken, ein Permit haben. Das ausgedruckte Permit muss man während der Wanderung dabei haben, falls man von einem Ranger kontrolliert wird.

Das Permit für die Subway

Wir hatten uns für den Non-Technical Hike, also Bottom Up, entschieden. Der Ranger gab uns noch den Tipp, dass wir unten am Fluss direkt die Füße nass machen und durch den Fluss laufen sollten. Dies sei der Weg, den die Ranger bevorzugen.

Die Routen

Am nächsten Vormittag ging es dann auch schon wieder früh los, denn die Wanderung zur Subway ist eine Tageswanderung mit ca. 15 km. Wie oben schon gesagt, gibt es zwei Wege zur Subway: Bottom Up und Top Down.

Die Top Down Route startet am Wildcat Canyon und endet am Left Fork Trailhead. Diese Route ist eine technische Route, d.h. man muss sich an mehreren Stellen auch abseilen und es wird ein Neoprenanzug empfohlen, da das Wasser sehr kalt ist. Die Länge beträgt ca. 15 km bzw. 9,5 Meilen.

Wir hatten uns jedoch für die einfachere Route entschieden, die sogenannte Bottom Up Route. Hier startet man am Left Fork Trailhead und wandert dann erst einmal runter ins Tal um dann flussaufwärts zur Subway zu laufen, anschließend geht es denselben Weg zurück. Auch diese Route beträgt ca. 15 km, es ist aber kein abseilen notwendig.

Die Wanderung

Wir hatten uns wie gesagt für die Bottom Up Route entschieden und sind dann nach gut 30 Minuten Fahrt um 7:30 Uhr am Trailhead gewesen. Die letzten Vorbereitungen wie Zettel ins Auto legen, Wanderschuhe anziehen, mit Sonnencreme einschmieren etc. dauerten auch noch ein paar Minuten und dann ging es endlich los. Wie an so ziemlich jedem Trailhead war auch hier wieder ein Schild mit den wichtigsten Informationen (z.B. sind Waffen verboten).

Informationstafel am Trailhead zur Subway

Hier hat man auch die letzte Möglichkeit noch einmal auf Toilette zu gehen. Wer später „groß“ muss, der muss alles einpacken und wieder mitnehmen. Dafür gibt es aber entsprechende Human Waste Bags im Visitor Center zu kaufen. Kurz hinter dem obigen Schild folgt noch ein weiteres, das auf die Permits hinweist. Ohne Permit darf man hier nicht weiter.

Noch einmal der Hinweis auf ein benötigtes Permit und die maximale Gruppengröße von 12

Aller Anfang ist leicht, so auch hier der erste Kilometer, es geht relativ flach los, allerdings ist der Weg schon etwas steinig. Im Gegenzug sieht man dann aber die Bergspitzen teils schon im Sonnenlicht glühen.

Nach dem ersten Kilometer kommt dann der schwierige Teil. Man muss vom Canyon Rand ca. 150 Meter nach unten und man läuft mehr oder weniger in Serpentinen die Wand entlang, ein steiler und steiniger Abstieg. Bei jedem Schritt muss man aufpassen, dass man nicht wegrutscht.

Der steinige Weg bergab.

Man sollte auch aufpassen, dass man wirklich den richtigen Weg nimmt, sonst wird es ganz schneller noch steiler und rutschiger. Sehr hilfreich sind hier Wanderstöcke, die einem noch zusätzliche Sicherheit geben. Ich hatte jedoch keine und ein weiteres Mal ohne Wanderstöcke werde ich diese Wanderung nicht noch einmal machen.

Unten angekommen, sieht man direkt den kleinen Fluss, die „Left Fork North Creek“, also der linke Seitenarm des nördlichen Flusses. Entlang dieses Flusses führt dann auch flussaufwärts der Wanderweg. Immer wieder muss der Fluss überquert werden und man trifft auf immer wieder kleine Wasserfälle oder Kaskaden.

Während viele Wanderwege in den Parks meist mit Steinhaufen, sogenannten Cairns, markiert sind, sucht man diese hier vergebens. Der einfachste Weg führt neben dem Fluss entlang, einfach den Fußstapfen der Vorgänger folgen, davon gibt es genug. Alternativ kann man, bei niedrigem Wasserstand, auch einfach durch den Fluss laufen. Hin und wieder gibt es jedoch Stellen, an denen man abseits des Flussen irgendwelche kleineren Hügel erklimmt.

Hin und wieder führt einen der Weg auch abseits des Flusses entlang

Nach etwa 6 bis 7 Kilometern erreicht man dann die Archangel Falls, kleine Kaskaden, bei denen auf einer Länge von mehreren Metern das Wasser immer wieder einige Zentimeter über Steine fällt. Auch hierfür hat sich der Weg schon gelohnt.

Die Archangel Falls
Langzeitbelichtung der Archangel Falls (30 Sekunden, ND 1000)

Wer schon mal im Zion gewesen ist, hat vermutlich auch schon ein Bild der Archangel Falls gesehen. Im Hauptcanyon des Parks findet man ein Foto der Archangel Falls in fast jedem Bus.

Von den Archangel Falls bis zur eigentlich Subway ist es nicht mehr weit, nur noch ein paar hundert Meter. Wer bis jetzt noch keine nassen Füße hatte, wird die jetzt bekommen. Der restliche Weg führt quasi durch den Fluß hindurch, der an diesen Stellen jedoch nicht mehr tief ist. Auch wenn der Fluss nicht tief ist, so muss man doch ziemlich aufpassen, da der Weg über glatten Stein führt. An einer Stelle muss man dann noch seitlich am Fluss vorbei, da man sonst nicht weiter kommt.

Die Subway

Kaum hat man diesen Teil überwunden, muss man nur noch um die Ecke biegen und läuft direkt auf die Subway zu. Das Ziel ist quasi erreicht.

Der Eingang zur Subway

Der Eingang sieht unspektakulär aus, auch wenn man den U-Bahn Tunnel recht einfach erkennt. Falls man eine große Höhle oder so erwartet, wird man auch enttäuscht sein, denn wirklich groß ist die Subway nicht. Meiner Meinung nach lohnt es sich aber trotzdem. Denn gerade von innen hat man durchaus das Gefühl in einem U-Bahn Tunnel zu stehen.

Die Subway von innen

Ist man einmal drinnen, so stellt man fest, dass man hier richtig aufpassen muss, durch das Wasser ist der Fels richtig glitschig und man rutscht sehr schnell aus. Der Blick nach draußen ist dann auch der Blick, weshalb sich diese Wanderung lohnt. Ist man zur richtigen Zeit da, dann scheint die Sonne auch in die Höhle rein. Dieses Glück haben wir tatsächlich gehabt.

Schaut man auf die andere Seite der Höhle, sieht man ein größeren Pool und das Ende der Höhle.

Blick auf das Ende der Subway

Hier an dieser Stelle kommen dann auch die beiden Routen (Top Down und Bottom Up) zusammen. Während wir durch den „Haupteingang“ in die Subway rein sind, führt die Top Down Route ans Ende der Subway und man muss sich abseilen.

Zufälligerweise sind wir hier auf zwei Wanderer gestoßen, die Top Down zur Subway sind. Das Abseilen war eher unspektakulär. Allerdings muss man anschließend durch den Pool schwimmen, um aus der Subway wieder herauszukommen. Als die Frau sich ins Wasser hat gleiten lassen, habe ich ein Foto gemacht. Man achte auf die Gesichter.

Zwei Top Down Wanderer müssen durch das kalte Wasser auf die andere Seite der Subway.

Nicht ohne Grund haben die Beiden einen Neoprenanzug an, das Wasser ist nicht nur kalt, es ist arschkalt! Und um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, welches Gesicht mir besser gefällt: Ihres wie sie merkt, dass das Wasser so richtig kalt ist, oder die Schadenfreude auf dem Gesicht ihres Begleiters.

Es gibt jedoch auch ein paar mutige oder lebensmüde Menschen, die dann halbnackt hier in einen der Pools springen. Nach der langen und anstrengenden Wanderung sicherlich eine willkommene Abkühlung, aber mir war’s zu kalt.

Nach ein paar Fotos haben wir dann in der Sonne vor der Subway Mittagspause gemacht und ein bisschen was gegessen und getrunken. Anschließend ging es dann auf den Rückweg.

Der Rückweg

Während der Mittagspause haben wir dann noch mit ein paar Leuten geschwätzt und haben uns dann mit Suki und Mike, zwei Amerikanern, sowie zwei Israelis, deren Namen ich leider nicht mehr weiß, auf den Weg zurück gemacht.

Den Hinweg hatten wir trockenen Fußes überstanden, unsere Schuhe sind erst kurz vor der Subway etwas nass geworden. Die beiden Israelis waren schlauer gewesen als wir und hatten Wasserschuhe dabei. Die beiden sind voraus gelaufen und wir hinterher – durch den Fluss.

Der Rückweg war dadurch deutlich einfacher als der Hinweg und wir sind wesentlich schneller voran gekommen. Hätten wir das im Voraus gewusst, hätten wir uns sicher auch Wasserschuhe in Springdale geliehen. So sind halt unsere normalen Wanderschuhe nass geworden.

Der Rückweg führte durch den Fluss

Wir sind hier in einer lustigen Gruppe unterwegs gewesen und haben alle Spaß gehabt. Auf dem Weg finden sich dann auch noch an einer Stelle Dinosaurier Spuren, die wir suchten. Gefunden haben wir zumindest kleine, versteinerte Fußabdrücke.

Dinosaurier Spuren

Am Ende stand dann nur noch der schwierige Aufstieg zum Trailhead an. Dieselben 150 Meter, die man bereits am Vormittag zurückgelegt hat, nur statt runter ging es jetzt hoch. Ich habe manches Mal geflucht, dass ich keine Wanderstöcke dabei hatte, denn mit denen wäre es deutlich leichter gewesen. Geschafft habe ich es natürlich trotzdem, Wanderstöcke sind hier aber trotzdem empfehlenswert.

Nach etwa 9,5 Stunden sind wir dann am Parkplatz wieder angekommen, ich bin erst einmal in trockene Schuhe gestiegen und anschließend haben wir noch ein Gruppenfoto gemacht.

Gruppenfoto unserer Wandergruppe

Abendessen

Nach dem Duschen stand dann das Abendessen auf dem Plan. Sowohl Stephan, als auch ich sind beide nicht zum ersten Mal im Zion gewesen, jedoch hatte Stephan bei seinem ersten Besuch irgendwo außerhalb Richtung La Verkin einen sehr guten Burger gehabt. Wir sind also nochmal ins Auto gestiegen und dann nach Virgin gefahren. Dort, kurz hinter dem Abzweig zum Kolob Canyon, mitten im Nirgendwo, befindet sich die „Buffallo Trails Trading Company“.

Schild auf dem Hof der Buffalo Trails Trading Company (2019)

Im vorherigen Jahr bin ich bereits mehrfach an diesem Restaurant vorbeigefahren und hab das in erster Linie für einen Indianerladen gehalten, bei dem man jede Menge Kitsch kaufen kann. Dem ist auch so, aber zusätzlich gibt es hier auch ein kleines Restaurant.

Wir haben dann drinnen auf die große Karte geschaut, aber den Burger erst nicht gefunden. Der Besitzer, Bob, hat uns dann drauf hingewiesen, dass der Burger ganz oben in der Mitte steht. Das ist auch nicht irgendein Burger, sondern „Bob’s world famous Buffallo Burger“. Nun gut, einen Welt bekannten Burger muss man mal probieren und Bison Burger hatte ich auch noch nie.

Das Restaurant (2019)

Bob ist ein echtes Original, alleine schon seinetwegen ist das Restaurant einen Besuch wert. Bob hat immer einen leicht ablehnenden Gesichtsausdruck, als ob er sagen will, nicht schon wieder Gäste. Wir haben dann bei ihm was zu trinken und den Burger bestellt. Ohne ein Wort stellt er uns die Getränke auf den Tisch, geht wieder. Kurz drauf läuft er wieder bei uns am Tisch vorbei und wirft noch zwei Strohhalme auf den Tisch – wieder ohne etwas zu sagen.

Die Burger sind bei ihm immer frisch gebraten. Als er dann die Burger liefert, stellt er uns noch zusätzlich Ketchup hin. Das allerwichtigste sagt er dann: Der Ketchup ist nur für die Pommes, auf den Burger gehört der nicht drauf! Sollten wir das trotzdem tun, bräuchten wir nicht noch einmal wiederkommen. Denn er hat eine richtig gute, hausgemachte Burgersauce drauf. Was soll ich sagen? Der Burger hat richtig gut geschmeckt!

Anschließend hat er uns noch ein Gästebuch hingelegt und drum gebeten, dass wir uns doch verewigen, gerne auch mit ein paar deutschen Worten. Wir haben uns dann noch ein bisschen mit Bob unterhalten und ihn auch als sehr netten Menschen kennengelernt. Die Buffallo Trails Trading Company ist auf alle Fälle einen Besuch wert. 2019 bin ich dann nochmals da gewesen.

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